Bedeutet das nur noch Spaß, Freude und Leichtigkeit zu haben oder bedeutet es, vieles im Leben einfach leichter zu nehmen und als persönlichen Weg zu entdecken?
Ich bin mittlerweile für Zweiteres!
So lange habe ich versucht, das Leben zu verstehen und – vor allem – zu kontrollieren.
Ich habe geplant und geplant und das Universum hat laut schallend nur gelacht.
Wenn du dein Leben kontrollieren möchtest, dann bist du nicht machtvoll, sondern hast Angst vor Unsicherheit. Diese Kontrolle zeigt sich oft leise im Absichern, Vorausdenken, im Planen, bevor du fühlst, im Festhalten an Rollen, die längst zu eng sind.
Wir kontrollieren, wenn wir glauben, dass wir nur dann sicher sind, wenn wir alles und jede Situation im Griff haben.
Kontrolle ist kein Fehler, sondern ein alter Schutzmechanismus, der Sicherheit schaffen möchte. Sie entsteht dort, wo Vertrauen einmal gebrochen wurde, wo Chaos erlebt wurde, wo nicht gehalten wurde.
Sich das bewusst zu machen ist schon der erste Schritt zur Befreiung davon, denn das Leben lässt sich nicht festhalten.
Leben ist Bewegung, ist ein Tanz, ist Veränderung
Wer versucht, das Leben zu kontrollieren, verliert oft den Kontakt zum eigenen Körper,
zum Rhythmus und zur Freude.
Tanzen ist das Gegenbild
Tanzen heißt zu reagieren statt zu planen, zu spüren statt festzuhalten, mitzugehen statt zu bestimmen. Beim Tanzen erlaubst du dir selbst, nicht alles zu wissen, aber anwesend und präsent zu sein.
In den letzen Monaten bin ich sehr viel mit mir gewesen und habe im Sein begonnen zu fühlen und zu erkennen, dass wunderbar für mich gesorgt ist und das Leben mit so großartigen Angeboten auf mich zukommt, wenn ich es zulasse. Wenn ich nicht in starren Strukturen funktioniere und Projekte abarbeite, sondern im Flow bin und meinen Impulsen folge, die kommen, wenn ich immer still werde und – vor allem – bei mir bin.
Das heißt nicht, dass ich den ganzen Tag nichts tue – ganz im Gegenteil. Ich folge vielmehr dem, was mein Körper und damit mein Inneres mir zeigt. Das sind diese ganz kurzen Ideen und Blitze, die auftauchen, wenn du dir kurz Zeit nimmst, zu atmen und bei dir zu sein. Wenn du es ein wenig übst, geht das wunderbar und sehr schnell auch zwischendurch und es ist so faszinierend, was oft auftaucht.
Wenn ich die Frage in den Raum stelle „Was ist heute für mich am wichtigsten zu tun?“, dann kommt ganz oft der Impuls, einen Spaziergang zu machen, bevor ich anfange zu arbeiten oder einen Tee zu trinken und einfach nur aus dem Fenster zu schauen – auf den zugefrorenen See oder auf die sonstigen stillen Naturschauspiele. Danach tauchen 2-3 Projekte auf, die heute bearbeitet werden wollen und das ist immer gut genau so, habe ich erkannt. Manchmal reicht es aus, in einem Projekt einmal nur einen ersten Schritt zu machen und am nächsten Tag erst wieder den nächsten usw.
Mir persönlich gibt das auch die Erlaubnis, endlich einmal fertig zu sein, wenn ich damit durch bin und mich danach wieder zu fragen, was ich denn jetzt für MICH tun möchte. Auch da kommen die wunderbarsten Ideen angefangen von einem Powernap, einer Meditation, einem guten Mittagessen, einem Spaziergang mit meinem Hund, einer Massage, dem Lesen eines Buches, malen, zeichnen, häkeln, oft auch die Aufforderung eine Freundin zu treffen oder Bewegung zu machen – im Freien oder im Fitnesscenter. Es ist sehr spannend, was aus deinem Inneren so auftaucht! Vertraue dir dabei, dann wird so vieles leichter!
Dein Leben zu tanzen heißt nicht, dass alles ständig leicht ist
Tanzen heißt, in Bewegung und in der Freude zu bleiben, auch wenn der Rhythmus sich verändert.
Es gibt Phasen im Leben, da kommen wir einfach aus dem Takt. Da fühlt sich vieles ungewohnt an, manches ist leer oder zu eng geworden.
Vielleicht ist genau das die Einladung an dich, nicht stehen zu bleiben und zu erstarren,
sondern neu zu lauschen (auf deinen Impulsen zu achten) und mit dem neuen Rhythmus mitzugehen (diesen Impulsen dann auch zu folgen)?
Genauso wie oberhalb beschrieben und auch wie du es machst, wenn du in die Tanzschule gehst – wie mein Mann und ich das zum wiederholten Male tun. Da hörst du auch zuerst einmal, welche Musik kommt, welcher Takt und setzt dann mit deinem Körper in die Bewegung ein – mehr oder weniger gut im Takt – einfach auf dem Weg und im Lernen. Im Raum stehen zu bleiben ist da keine Option!
Dein Leben zu tanzen heißt nicht perfekt zu sein, sondern präsent.
Nicht alles zu wissen, (nicht alle Schritte schon zu kennen) sondern einfach dem nächsten Schritt (oder auch dem Grundschritt) zu vertrauen.
Manchmal ist es ein ruhiger Tanz, manchmal ein sehr aktiver.
Manchmal ist es auch nur ein sanftes Wiegen im Alltag, wie das Zurückkehren in den Grundschritt, um wieder in den Grundrhythmus zu kommen.
In der Tanzschule bist du präsent mit deinem Tanzpartner und der Musik. Fallweise grätscht der Tanzlehrer dazwischen, aber es ist wie im Leben: Du darfst dem Rhythmus folgen – deinem Eigenen, darfst bei dir und deinen Bedürfnissen bleiben und musst niemandem etwas beweisen oder recht machen.
Dein Leben ist DEIN Tanz, deine leise Einladung, dich zu fragen:
Wo möchte ich wieder in Bewegung kommen?
Wo halte ich noch fest, obwohl ich längst loslassen möchte?
Wie wäre es, wenn ich dem Leben einen Schritt entgegengehe statt es festzuhalten?
Kontrolle will Sicherheit. Vertrauen schenkt Lebendigkeit. Beides gehört zum Menschsein, doch nur eines lässt dich dein Leben wirklich tanzen.
Du entscheidest in jedem Moment neu!
